‘Le Waldsterben’: Es gab eine Zeit, in der sogar den Franzosen die Spucke wegblieb und die Wörter ausgingen – und dass bei einer Nation, die geradezu zwanghaft auf begriffliche Eigenständigkeit pocht und jedwede fremdsprachliche Worteinwanderung strikt ablehnt.

Dieses Wort jedenfalls las ich in einem ‘Spiegel’-Artikel Anfang der 1980er Jahre, in dem eben jenes Phänomen thematisiert und semantisch eingeführt wurde. Der Autor hatte wohl die Absicht, zu zeigen, wie überrumpelt und hilflos zugleich in unserer unmittelbaren Nachbarschaft mit dieser Erscheinung umgegangen wurde.

Es war der erste große Weckruf in Sachen CO2-Ausstoß und Treibhausgas. Seither weiß doch eigentlich jeder, was die Stunde geschlagen hat. – Sollte man meinen. Fakt – so unfassbar das auch scheinen mag – ist aber, dass die Emissionen des Klima-Killers Nummer eins weltweit zunehmen. Globusauf, globusab wird rausgeblasen was das Zeug hält – auf Teufel komm raus.

Die schwedische Jungaktivistin Greta Thunberg, wir haben in unserem Blog die Protagonistin der – im wahrsten Sinne – jungen Klimaschutz-Bewegung bereits gebührend gefeiert, ist die neue Stimme der Mahnung und der Vernunft: und beides ist dringender und drängender denn je!

Vielleicht ist es durch permanente Informationsüberflutung bereits untergegangen:
Der Klima-Report des UN-Umweltprogramms (Unep) weist nach Jahren der Stagnation einen Anstieg des CO2-Ausstoßes aus: 53,5 Gigatonnen Kohlendioxid ist der traurige Rekordstand. Totaler Wahnsinn! Die internationale Gemeinschaft droht völlig zu versagen.

Die Klima-Ziele des Pariser Abkommens rücken damit in noch weitere Ferne als eh schon angenommen. Es klafft bereits eine gewaltige Lücke. Unglaublich – aber wahr! Die bisherigen Anstrengungen müssten vervielfacht werden, um doch noch etwas zu reißen. Die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, wird langsam utopisch.

Und dann das noch: Auch die Weltbank – aktuell, und es wurde erst kürzlich gewechselt, wieder ein US-Amerikaner in der Leitungsposition (so war es und so wird es wohl ewig bleiben) – redet munter der Forcierung fossiler Energieträger in sogenannten Entwicklungsländern das Wort. Es gab in dieser Geldverteilungs-Institution noch nie eine Vertreterin oder einen Vertreter aus einem afrikanischen oder mittelamerikanischen Land an deren Spitze.

Also, alles beim Alten – ganz nach finanz-imperialer Sitte von vorvorgestern. Getreu dem Motto: America’s interests first.

Na dann: Gute Nacht, Marie!