Peace Egg

Zu Ostern sind die Zeiten friedensbewegter als sonst. Das mag zum einen an dem biblisch-religiösen Ereignis liegen, das uns das ewige Leben und das Himmelreich hienieden in Aussicht stellt – also so etwas wie den Weltfrieden. Zum anderen – und sich vielleicht dadurch ableitend – gibt es schon seit 1960 die sogenannten Ostermärsche, auf denen Jahrzehnte hindurch für Abrüstung und Entspannung protestiert und gegen die Waffen- und Rüstungslobby friedlich zu Felde gezogen worden ist.

Auch in diesem Jahr haben sich in nahezu hundert Städten landauf, landab Menschen auf den Weg gemacht, um gegen den Wahnwitz des Krieges im Allgemeinen und die sukzessive Erhöhung des Verteidigungsetats im Besonderen ihre Stimme zu erheben.

Doch wie und wo fing alles an?

Es geht zurück in die 1950er Jahre: Ausgehend von einer pazifistischen und antimilitaristischen Grundhaltung, waren es die Friedensaktivisten der Internationalen der Kriegsdienstgegner, die die Initiative ergriffen. Schätzungen zufolge sind im Zweiten Weltkrieg zwischen 60 und 65 Millionen Menschen durch direkte Kriegseinwirkung ums Leben gekommen. Und das war gerade mal eine gute Dekade her… Dass dann unter dem Kanzler Adenauer der Aufbau der Bundeswehr und die Wiederbewaffnung forciert wurden, war für viele Menschen gleichermaßen unbegreiflich und verstörend. Atomarer Rüstungswettlauf, das schreckliche Desaster in Vietnam, die Exekutierung des NATO-Doppelbeschlusses – der Kalte Krieg hielt manch dramatisch eskalierende Situation parat, in denen sich die Staatsmacht alles andere als moderat und bürgernah gebärdete.

 

… bald geht’s weiter